Unterwelt Roms: Altertums und Christentum
Dauer: 4 Stunden
Preis für bis 5 Personen: 325 Euro
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"Unterwelt" Roms: Die begrabene antike und mittelalterliche Stadt Aufgegebenes und Neuentdecktes vom Heidentum zu Christentum

Die wichtigsten besuchten Orte: Basilika S. Clemente mit zwei unterirdischen Ebenen; die Basilika der Hl. Johannes u. Paulus; Domus Romana; Trastevere; Zirkus Maximus; Basilika der Hl. Cäcilia; Kirche d. Hl. Chrisogonus und dazugehöriges unterirdisches Gebiet.

Unter dem bekannten und geschätzten Rom liegt ein älteres, eine stille und bescheidene Stadt verborgen unter der großartigen Architektur der Renaissance und des Barock. Jahrhunderte von Geschichte sind begraben in den unterirdischen Schichten der vier Kirchen, welche wir gerne mit Ihnen besuchen würden, für eine faszinierende Reise in das Innere der Erde.

Beschreibung: Hintergrund sind die schwierigen Jahrhunderte der Wandlung Roms von der Hauptstadt eines gewaltigen Imperiums zum kleinen Provinznest, mit allen Gespenstern des Krieges und der ökonomischen und politischen Krisen. Wenn auch Kaiser Konstantin schon die Hauptstadt um 330 n.Chr. nach Konstantinopel verlegt hatte, zählte Rom im 5. Jh. immer noch circa 450.000 Einwohner, doch bis zum 8. Jh. verblieben nicht mehr als 25.000. Der drastische Bevölkerungseinbruch ging einher mit dem langsamen Verfall der alten politischen Systeme und dem Aufkommen von neuen Kräften im Zuge der wachsenden Position des Papsttums, während zugleich weite Flächen der Stadt, noch innerhalb der antiken Stadtmauern brach lagen oder als Gärten genutzt wurden und ganze Gebäude neuen Verwendungen, meist als Kirchen, zugeführt wurden.

  1. San Clemente, eine wunderschöne Basilika aus dem 12. Jh. mit wunderbaren, absolut einzigartigen Mosaiken, auf welchen unter anderem der gekreuzigte Christus in einem Fest von Bäumen und Tauben dargestellt ist. Nur Schritte entfernt ist die Kapelle der Hl. Katharina mit einigen der ältesten (Anfang 14. Jh.) erhaltenen Fresken der Renaissance von Masaccio und Masolino. Doch dies ist nur der Auftakt: eine kleine Treppe führt uns in die tiefere Basilika des 4. Jh.s, welche vollständig erhalten ist mit vielen mittelalterlichen Fresken, die einige faszinierende christliche Legenden erzählen, unter anderem die von San Clemente. Von hier aus bringt uns ein anderes Treppchen in die dritte unterirdische Ebene, auf der wir bereits im 1. Jh. n.Chr. befinden: einige Räume eines einst mehrgeschossigen Wohnhauses, durch eine Straße getrennt von einem anderen großen Gebäude welches vielleicht eine staatliche Münze war.

    Die zahlreichen Dekorationen und Basreliefs, welche eine Stiertötung und Sternbilder zeigen, geben Kunde, dass einer dieser Räume zu Beginn des 3. Jh.s von den Anhängern des Mithras-Kultes verwendet wurde, während sich in nur wenigen Metern Entfernung eine Sekte von Christen traf. Und vielleicht ist auch dies kein Zufall, wenn man bedenkt, dass ab dem 1. Jh. beide Religionen große Verbreitung in Rom und im röm. Reich fanden. Beachtlich sind außerdem deren Berührungspunkte: beide feierten rituelle Mähler mit Wasser und Wein und forderten ihre Gläubigen zu moralisch korrektem Verhalten auf, um das Heil im Jenseits zu erlangen, ein Grundmotiv der antiken heidnischen Religionen. Wenige Schritte von hier entfernt sehen wir Reste von Grabstätten des 6. Jh.s, natürlich Sarkophage, frühchristliche Symbole und vieles mehr.
     
  2. In der Nähe des Kolloseums bewahrt die Kirche der Hl. Johannes und Paulus, dessen Kloster und Kirchturm erbaut sind auf den imponierenden Resten des dem Kaiser Claudius gewidmeten Tempels, ein kleines Eckchen des Mittelalters. Die Geschichte beginnt im 2. Jh. mit einem ansteigenden Sträßchen und zwei Häusern, deren eines elegante heidnische Fresken und ein Gärtchen mit Becken besitzt. Die Entwicklung geht weiter ins 4. Jh. mit einer großen Domus (reiches römisches Haus), die die bestehenden Gebäude mit integriert und Fresken mit christlichen Motiven bietet. Wahrscheinlich erlitten eben die Besitzer der Domus den Märtyrertod, und über ihren Gräbern entstand schon im 5. Jh. eine kleine Kirche, in der die Gläubigen deren Reliquien verehrten.

    Nach einem schönen Spaziergang durch noch heute von Schwestern kultivierten Gärten und über den Zirkus Maximus erreichen wir die Tiberinsel mit dem antiken Ponte Fabriano (1. Jh. v.Chr.), dem mittelalterlichen Turm und der Bartholomäus-Kirche, errichtet über einem bestehenden römischen Tempel (3. Jh. v.Chr.), der dem Gott der Medizin, Äskulap, geweiht war, in dessen Vorhalle sich Kranke in Erwartung von Heilung aufhielten: eine antike Tradition, die sich im Lauf der Jahrhunderte immer gewandelt hat bis hin zur heutigen Existenz eines wichtigen römischen Krankenhauses auf der Insel.
     
  3. Im Herzen von Trastevere  bringt die Basilika der Hl. Cäcilia mit den beiden Klöstern und dem hohen Kirchturm (Ende 12. Jh.) einen Hauch von Mittelalter, im Innern finden sich ein Mosaik des Erlösers (9. Jh.) und ein prächtiges gotisches Ziborium über dem Altar von Cavallini, ein Vorfahre des jüngeren Baldachins im Petersdom.

    Absolut außergewöhnlich ist, unter dem Altar, die Statue der Hl. Cäcilia von 1600, Werk des knapp 24jährigen Stefano Maderno: der Körper liegt wehrlos am Boden, auf die Seite gedreht in einem Zustand von zerbrechlicher und schmerzhafter Verlassenheit, während sich das Haupt stolz abwendet und sich im Todeskampf unseren Blicken entzieht. Der Schleier, der die Haare bewegt, bleibt in weicher Bewegung dieser letzten, fortdauernden Geste. Am Hals ist der Schnitt des Schwertes zu sehen, von dem sie drei Mal getroffen wurde, was sie drei Mal überlebte und so einen fürchterlichen Todeskampf von weiteren drei Tagen erlitt bis zum Todeseintritt, bei welchem die schöne Cäcilia die Finger kreuzt um die Zahl Drei anzuzeigen, als angestrengtem Hinweis und extremer, erneuerter Betonung ihres Glaubens an die Hl. Dreifaltigkeit. Die legendarische Geschichte der Hl. Cäcilia ist allerdings noch länger: wir erinnern uns der Nachgeschichte des Oktobers 1599, als ihr Sarg wiedergefunden wurde und sich ihr Körper im Innern in vollkommen unverwestem Zustand befand, in der selben anrührenden Position, in der sie der anwesende Maderno sah und wiedergeben wollte. Bei der Berührung mit der Luft verfiel der Körper rasch, das Kunstwerk aber vermag weiterhin die Augen und das Herz des Betrachters zu ergreifen. Schließlich sind hier noch die unterirdischen, weiten Räume des 2. Bis 4. Jh. n.Chr. zu sehen mit schwarz-weißen Mosaikböden, privaten Thermen, einem Raum mit mehreren Brunnen, später wohl zur Gerbung von Häuten genutzt, und Sarkophage mit Symbolen des frühen Christentums.
     
  4. Die Kirche des Hl. Chrisogonus aus dem 12. Jh. mit wunderschönen Cosmatenböden des 13. Jh. erzählt andere Geschichten, von den großen Tiberüberschwemmungen, vor denen man sich zu schützen suchte, indem man die neue Kirche über fünf Meter oberhalb der vorherigen baute. So führt uns ein Eisentreppchen in die weiten Räume der unterirdischen Kirche des 5. Jh. mit dem Altar und der tiefer liegenden Krypta, den großen freskengeschmückten Wänden des 8. und 10. Jh., der separaten Halle des Baptisteriums mit dem Becken zum Eintauchen (5. Jh.), das in den ersten christlichen Jahrhunderten verwendet wurde, einem wunderbaren heidnischen Sarkophag (3. Jh.), der fein behauen ist mit Figuren an der Seite und einem Philosophen in der Mitte, einem weiteren sehr schönen mit den neun Musen (3. Jh.), und einem letzten Sarkophag, in dessen Innern Hunderte von Knochen unbekannter Herkunft ruhen. Wie Sie sehen werden, noch sind nicht alle Geheimnisse gelüftet.