Vatikanische Museen Und Sankt Peter: das tiefste Erlebnis der Kunst
Dauer: 5 Stunden
Preis: 290 Euro bis 5 Personen (bei Buchung 2 Wochen vor dem Termin)
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Reservierung, um Schlangen zu vermeiden: zu den Zeiten, wenn wir diese Führung beginnen, sind normalerweise keine Schlangen, und eine Reservierung, die zusätzliche Kosten verursacht, ist nicht nötig. In besonderen Fällen und für größere Gruppen können wir uns jedoch um die Reservierung kümmern.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, die Papstaudienz immer mittwochs (außer in Zeiten, wenn der Papst auf Reisen ist) zu besuchen; wir besorgen die Karten für Sie und begleiten Sie bis zum Audienzraum.

Eine begeisternde Reise in Geschichte und Kunst, Religion und Politik, ein intensives Erlebnis von unzähligen Kunstwerken, um die Ereignisse und bewegenden Ideen vergangener Zeiten zu verstehen, und den Päpsten, die diese förderten, wie den Künstlern, die sie schufen. Unsere komplexe heutige Gesellschaft, die religiösen und sozialen Einrichtungen, auf die sie sich stützt, unsere Bilderkultur und unser gewohnter Lebensstil haben tatsächlich tiefe Wurzeln in den großen kulturellen Strömungen, die an diesen Orten Gestalt angenommen haben.

Kurzer Überblick: Wir beginnen auf dem Petersplatz, welcher von Bernini mit Hilfe der für den Barock typischen optischen Illusion gestaltet wurde, und gelangen zur Basilika, wo wir durch ihre Geschichte und künstlerischen Meisterwerke reisen, wie zum Beispiel Michelangelos Pietà, Berninis prachtvollem Baldachin mit den spiralförmigen Säulen, die er vom Tempel Salomons kopierte, heilige Reliquien, wie die Lanze, die Jesu Seite durchdrang und Veronikas Schweißtuch. Als nächstes besuchen wir die Vatikanischen Museen und die Kunstgalerie mit Kunstwerken von Giotto und Tizian, sowie Leonardo da Vincis Hl.Hieronymus, Raffaels Verklärung, Caravaggios Kreuzabnahme usw. Wir unterbrechen unseren Rundgang für die Mittagspause und gehen anschließend in den Hof des Belvedere, um dort die schönsten griechischen Statuen zu bewundern, die je von den Römern kopiert wurden. Nach kurzen Aufenthalten vor den wichtigsten Kunstwerken in den zahlreichen Flügeln des Museums erreichen wir die Stanzen Raffaels, wo wir die Inhalte der Fresken verstehen lernen. Zum Schluss gelangen wir in die Sixtinische Kapelle. Hier werden wir die zahlreichen Illustrationen Michelangelos, in denen er Geschichten der Heiligen Schrift erzählt, ausführlich bewundern und genießen. Wir werden sein Meisterwerk mit anderen großen Renaissancekünstlern vergleichen, wie Botticelli, dessen Werke ebenfalls in der Sixtinischen Kapelle zu finden sind. Während des Rundgangs hören Sie die Interpretationen der Kunstwerke und die mit ihnen verbundenen Geschichten.

Der geschichtliche Kontext: Die Vatikanischen Museen und der Petersdom sind auf der Welt einzigartig, denn der größte Teil der außerordentlichen Kunstsammlungen, die dort aufbewahrt sind, wurden genau für diese Orte geschaffen. Die Rückkehr der Päpste nach Rom mit Martin V im Jahre 1420, nach über einem Jahrhundert Abwesenheit, und sein fester Entschluss, dem Verfall der Stadt mit einer Bevölkerung von weniger als 20.000 Einhalt zu gebieten, gab den Startschuss für die
Renovatio Urbis, die Erneuerung der Stadt, die von den nachfolgenden Päpsten mit höchster Energie betrieben wurde. Schon seit Anfang des 9. Jhr. war Rom das Zentrum eines kleinen Kirchenstaates, der neben der Heiligen Stadt einige Regionen Zentralitaliens umfasste. Die Päpste, die zeitliche Macht ausübten in ihrem Staate und geistliche über die gesamte Christenheit, waren beseelt vom doppelten Wunsch, die antike Pracht der Stadt der Cäsaren wieder herzustellen und sogar zu steigern, um damit die Heilige Stadt der verehrten Apostel Petrus und Paulus zu ehren.

Die Pinakothek: Beginnen wir mit der Vatikanischen Pinakothek, die uns, da sie abseits der Touristen-Routen liegt, ein außergewöhnliches Kunsterlebnis von zahlreichen Meisterwerken möglich macht. Vom Weltgericht des 12. Jhr., das noch ganz mittelalterlich ist mit wenig präzisen Gestalten in einem undefinierbaren Raum, auf dem Tryptichon Stefaneschi (1315) zu Giotto mit seinem neuen frischen Wind, den Farben und Figuren in einer realistischen Umgebung, von den wunderschönen Gesichtern der Musizierenden Engel von Merlozzo da Forlì, mit ihren weichen und menschlichen Zügen, zu seinem außerordentlichen Fresco von 1477 auf welchem Papst Sixtus IV., umgeben von seinen Neffen, allesamt wichtige politische und kirchliche Würdenträger, den Präfekten der Vatikanischen Bibliothek ernennt und mit der Praxis der Vetternwirtschaft der Renaissance-Päpste fortfährt. Von den Werken von Perugino, dem Meister Raffaels, die einen erneuerten Einklang von Mensch und Natur atmen, dreidimensional dargestellt, hin zur Verklärung (1520), absolutes Meisterwerk von Raffael und zugleich sein letztes, auf welchem der Meister zwei biblische Geschichten mit extremer Dramatik und einer Fülle von Gesten, Details und Personen verbindet.

Der Hl. Hieronymus in der Wüste (1480) von Leonardo da Vinci, der stark das Leiden und die spirituelle Suche des Heiligen verdichtet und uns die Ausdruckskraft wie die komplexe Persönlichkeit eines Renaissancegenies vor Augen stellt, das unsere ungeteilte Aufmerksamkeit verdient, ebenso wie die Grablegung (1602) von Caravaggio, die im neuen barocken Rom eine aufrüttelnde Rolle spielt und die Sprache der Malerei grundlegend erneuert.

Die Museen verwahren allerdings zugleich auch eine weltweit einzigartige Kollektion von griechischen und römischen Werken, die mit ihren faszinierenden Mythen und ihrem von intrigierenden Gottheiten bevölkerten Universum ein anderes wichtiges Thema unserer Führung bilden werden. Kein Zufall war es, dass gerade in der Renaissance, dank der neuen Aufmerksamkeit und Wertschätzung für klassische Kunst, sehr viele Meisterwerke durch zufällige oder systematische Grabungen ans Licht kamen. Gerade die großen Künstler jener Zeit, von Raffael bis Michelangelo, studierten und liebten sie innig und standen unter ihrem Einfluss.

Die griechische und römische Kunst: Beginnen wir im Cortile della Pigna mit den Bronze-Pfauen, Symboltiere für die Ewigkeit (der äußerst langen Zerfallszeit ihrer Federn wegen), dann dem berühmten Apoxyomenos, einem Marmor-Athleten – eine römische Kopie eines Bronze-Originals von Lysippos (IV. Jh.) – der sich den Schweiß abwischt, und dessen plastische Figur eine Wende in der griechischen Kunst darstellt. Ganz in der Nähe der Apoll von Belvedere – original aus dem IV. Jh. – dessen Gestalt nicht die eines Mannes, sondern eines jugendlichen Gottes ist, der ursprünglich einen Bogen und einen Lorbeerzweig in Händen hielt, gemeinsam mit der Schlange Symbole für seine heilende Macht. Der durchscheinende Körper des Gottes und seiner unsterblichen Substanz, seine unerschütterliche Präsenz, die eine verdeckte Sinnlichkeit nicht ausschließt, haben ihn ins Herz unzähliger Generationen von Künstlern schließen lassen.

Es folgt nichts geringeres als der wunderbare Laokoon – eine Kopie eines hellenistischen Originals des II. Jh. v.Chr. – die Skulpturengruppe des Priesters, der mit seinen Söhnen in die tödliche Klammer der Schlangen verwickelt ist in dem Augenblick unmittelbar vor dem Tod. Der Zorn der tobenden Götter wegen der von ihm zur Rettung der Stadt gesprochenen Worte, das unumgängliche Schicksal, das sich in den Bissen der Schlangen erfüllt, der fast physische Schmerz, der uns als Betrachter des Werkes ergreift, der menschliche Drang, dem Tod und seinem unergründlichen Geheimnis zu widerstehen, machen ihn zu einem Erlebnis, das emotional voll erst ausgelotet werden kann, wenn der Kontext und die Bildsprache verständlich geworden sind.

Das andere hier ausgestellte, sehr berühmte Werk ist nun der Torso von Belvedere (I. Jh. v.Chr.), dessen physische Verdrehung von extremer Ausdruckskraft Michelangelo inspirierte für die Gestalten der Sixtinischen Kapelle. Beachtlich sind aber auch die farbigen Mosaiken der Sala Rotonda, die von Otricoli hierher gebracht wurden, sowie die kolossale Bronzestatue von Herkules (II Jh.)

Die Stanzen des Raffael: Die wunderbaren Fresken der Stanza della Segnatura von Raffael stellen das Programm der Renaissance dar: die Schule von Athen ist ein großes Fest der Weisheit, ein ununterbrochener Dialog mit der Vergangenheit, deren Philosophen, mit den Gesichtern einiger großer Renaissance-Künstler, gezeigt werden in den neuen Bauwerken jener Zeit, in welchen deren Geist ihren Niederschlag findet. Der pulsierende Raum, in dem ein ganz feines Spiel von Linien und Licht die bezaubernden Figuren umreißt, die Passagen von Helldunkelmalerei, die die Körper weich und zugleich präzise machen, die Ausdrucksstärke und die Gesten sind allerhöchste Kunst und werden nur als ein Ganzes wahrgenommen, verstanden und bewundert.

Die Sixtinische Kapelle: Die Decke der Sixtinischen Kapelle ist die biblische Menschheitsgeschichte, erzählt durch die entscheidenden Ereignisse, die Gestalten der Propheten und der antiken Sibyllen, die die wichtigsten Abschnitte geprägt haben. Jede dieser Figuren ist im lebhaften Schwung ihres Wesens eingefangen, und füllt den Raum durch sich selbst, eröffnet ihn erst, indem sie sich zeigt. Der Gott, der Adam mit Leben erfüllt, ohne dass die beiden sich berühren, um sowohl die extreme Nähe wie die unüberwindliche Distanz auszudrücken, der Gott, der mit sprechender Geste durch Scheidung den Tag und die Nacht erschafft und dann Sonne und Mond, der Sündenfall und die Vertreibung Adams und Evas aus dem irdischen Paradies, die Verfehlung Noahs mit seiner lauten Trunkenheit nach dem Abenteuer der Sintflut, die Cumäische Sibylle, trotz ihres hohen Alters über Bücher gebeugt, um weise das Schicksal dessen lesen zu können, der von ihr Hilfe erbat, die Propheten Ezechiel und Jesaja, gemalt in der erleuchteten Voraussicht der Ankunft des Messias, sind allesamt fantastische Gestalten durch die Kraft, die Klarheit und die übermenschliche Schönheit, mit der sie uns begegnen.

Michelangelo kehrte nach fast 25 Jahren, inzwischen in seinen Sechzigern, in die Sixtinische Kapelle zurück um das große Weltgericht zu malen, nachdem allerdings Rom den schrecklichen Angriff und die Plünderungen der Landsknechte im Jahr 1527 hatte erleben müssen und Luther und die Reformation stark auf die Geschichte der Kirche und des Kirchenstaates eingewirkt hatten. In diesem neuen Klima, das sich bald verschlechternd zu den kalten Theoremen der Gegenreform und der Inquisition entwickeln sollte, stand Michelangelo vor der Aufgabe, den Tag am Ende der Zeit darzustellen, an welchem die Menschen, vom Tode erweckt, vom allmächtigen Gott gerichtet werden sollen. Mit majestätischer und unbeschreiblicher Geste erhebt Jesus Christus, im Zentrum des die ganze Menschheit umfassenden Freskos, seinen rechten Arm, erweckt alles Geschaffene und bringt es zur Vollendung in der schwindelhaften Bewegung der Geschöpfe, welche zwischen Verzweiflung und Erwartung, Furcht oder bevorstehendem Heil stehen.
Es ist überraschend zu entdecken, dass Michelangelo sein Selbstbildnis auf die vom Körper abgezogene Haut gemalt hat, welche der Hl. Bartholomäus, nicht anders als viele andere Heilige, am Tag des Gerichts als Symbol seines Martyriums nun Christus schenkt. Es scheint kaum glaublich, anzunehmen, dass eines der größten Genies der Geschichte, ein Mann, der gewiss von einer unvergleichlichen künstlerischen und menschlichen Stärke und Innerlichkeit wie auch einer außergewöhnlichen Sensibilität bewegt war, von sich selbst ein im Grunde so demütiges Bild haben könnte.

Die Petersbasilika: Die Petersbasilika mit der genialen elliptischen Umarmung der Kolonnaden des von Bernini entworfenen Platzes und der gewaltigen Kuppel des Michelangelo, dessen leicht verlängerte und zum Himmel gewandte Form sich allmählich von der Erde zu erheben scheint, wird uns einlassen in eine komplexe Architektur voll von unzähligen großen Kunstwerken.

Die sehr alte Bronzestatue des Hl. Petrus (13.Jh.) wird seit Jahrhunderten so sehr verehrt, dass ihre Füße durch die Küsse der Gläubigen sichtlich abgenutzt sind; der Bronzebaldachin des Bernini streckt sich vom Altar aus dem Himmel der Kuppel entgegen, dazu leistete Borromini von 1630 bis 1633 einen erheblichen Beitrag; beeindruckend ist auch die Geschichte der großen Kuppel, welche in 22 Monaten nach Entwürfen des Michelangelo nach seinem Tode errichtet wurde (er cupolone, wie ihn die Römer nennen); in den Säulen sind heilige Reliquien aufbewahrt (vom Schweißtuch Christi, auf dem sich wunderbarerweise sein Gesicht abgebildet zu haben scheint bis hin zur Lanze, die seine Seite durchbohrte), dazu einige Säulen der mittelalterlichen Basilika; die Kathedra des Hl. Petrus von Bernini ist voller triumphaler Phantasie zwischen Engeln und Wolken; monumental zeigt sich das Grab von Papst Alexander VII von Bernini, auf welchem  sich der Papst vor dem Tod verbeugt, der auf den Ablauf seiner irdischen Zeit verweist, indem er eine schreckliche Sanduhr schüttelt; dieses und vieles mehr werden wir sehen und begreifen lernen.

Das letzte große Werk in unserer Führung durch die Basilika, das uns nachhaltig inspirieren wird ist die prächtige Pietà eines knapp vierundzwanzigjährigen Michelangelo, das einzige, welches der große Meister infolge eines denkwürdigen Falles signierte. Die jugendliche Madonna, die den toten Sohn auf dem Schoß hält, die zärtliche Umarmung, die nur zu menschlichen Gefühle und die unvergängliche Schönheit, die von einer Marmorskulptur ausgehen, die selbst zu unendlicher Zärtlichkeit bewegt wird, der gelöste Gesichtsausdruck Christi, das mysteriöse Angebot des eigenen Lebens, mit dem die Mutter den Sohn zur Welt brachte, der sich dem Vater schenkt in der Erwartung der Erlösung der Menschen, werden uns tief anrühren können.

Schließen wir mit dem Bild der dicht gedrängten Menge, welche sich am 10. September 1586 auf dem Platz einfindet, um das vom Architekten Carlo Fontana lange geplante Projekt mitzuerleben, dem es mit Hilfe von 140 Pferden, der Muskelkraft von 800 Männern und großen mechanischen Winden, gegen 11 Uhr nachts endlich gelingt, den gewaltigen Obelisken in der Mitte des Platzes aufzurichten, wie dies Wille ist von Papst Sixtus V., einem der wagemutigsten, bizarrsten und gefürchtetsten Päpste des Jahrhunderts. Eben die großen Feierlichkeiten und Feste, an denen im Lauf der Jahrhunderte die Gläubigen teilnahmen anlässlich der Jubeljahre oder der Papstwahlen in der Sixtinischen Kapelle, indem sie die weißen oder schwarzen Rauchsignale vom recht entfernten Kamin scharf beobachteten, werden das Ende der begeisternden Reise bilden, auf der wir Sie begleiten werden.
Wir werden uns glücklich schätzen, auch in Ihren Augen den Enthusiasmus der Entdeckungen und der erfüllenden Erlebnisse zu entdecken, mit dem uns Tausende von Besuchern gedankt haben.
Wir erwarten Sie in Rom.

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