Ein Tag in Florenz für Kreuzfahrt- Passagiere von Livorno: Kaufleute, Prinzen und Künstler im Herzen der italienischen Renaissance
Dauer: 8 Stunden plus Mittagspause
Preis für bis zu fünf Personen einschließlich Auto: 815 Euro
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Hauptsehenswürdigkeiten: Kathedrale Santa Maria del Fiore (der Dom), Baptisterium, Piazza della Signoria, Palazzo Vecchio, Orsanmichele, Uffizien, David von Michelangelo und Galerie der Akademie, Ponte Vecchio.

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Nachdem Sie von Bord gegangen sind, wird im Hafen ein Auto auf Sie warten und Sie nach Florenz fahren. Dort treffen Sie unseren Reiseführer und werden mit der Besichtigung beginnen. Am Ende der Führung werden Sie wieder zurück zum Hafen gebracht.

Wir machen eine kulturelle Reise in das historische  Zentrum von Florenz, um aus der richtigen historischen und künstlerischen Perspektive Paläste, Kirchen und große Kunstsammlungen einzuordnen. Wie zeigen die Veränderungen, die ab dem 13. Jahrhundert in Florenz dazu beitrugen, dass die Stadt im 15. Jahrhundert eines der aktivsten Zentren Europas wurde, auf. Dazu gehören der Aufstieg des Bürgertums, die Entwicklung und die Ausbreitung des Handels, mit der Gründung der Bank- und Finanzaktivitäten in ganz Europa, die Gründung von Kooperationen, genannt Zünfte, die entstanden sind, um die Interessen der einzelnen Berufsgruppen zu schützen, der schnelle Wechsel der republikanischen Regierungsformen und vor allem die Errichtung neuer großer privater und öffentlicher Paläste, die vom sozialen und politischem Prestige der mächtigsten Familien der Stadt jener Epoche zeugen.

Die Kathedrale Santa Maria del Fiore
Wir beginnen am Dom, dem Herzen des ältesten Viertels der Stadt: die Kathedrale oder der Dom, wo Leben und Tod den Stempel Gottes erhalten und wo die großen Feiern mit der ganzen Gemeinde stattfinden. Wie werden unterschiedliche Themen wie die verschiedenen Bauphasen des neuen Doms, der die ältere Kirche von Santa Reparata ersetzt und von der sich in den Fundamenten frühchristliche Mosaike aus dem 4. und 5. Jh., die wir besichtigen werden, erhalten haben, die finanzielle Unterstützung der verschiedenen Zünfte, aber vor allem die Zunft der Wollhändler und den Wettbewerb mit der verfeindeten Stadt von Siena, besprechen. Besonders das große Unterfangen der Kuppel von etwa 43m Durchmesser, die für gut 125 Jahre unvollendet blieb, bringt uns zu einem der größten Abenteuer der italienischen Renaissance. Die Arbeiten begannen im August des Jahres 1420 und wurden nur dank der technischen Fähigkeiten, der Schaffung echter mechanischer Apparate und der genialen architektonischen Eingebung Brunelleschis, der einen Meilenstein in der Architekturgeschichte setzte, in dem er auf die Kuppeln ähnlichen Ausmaßes wie die vom Pantheon (2. Jh. n. Chr.), die auf die Zeit des antiken Roms zurückgingen, verwies, vollendet.

Die Tür des Baptisteriums
Das andere Werk, das uns in das Klima der Renaissance zurückbringt, ist die Dekoration des neuen Nordtors der Taufkapelle. Um den Auftrag für diese Dekoration zu erhalten, wurde im Jahr 1401 von der Kaufleutezunft, einer der mächtigsten Zünfte, ein Wettbewerb einberufene, an dem der Golschmied Ghiberti und Brunelleschi (20 Jahre nach seiner erfolgreichen Bewerbung für das Dom-Projekt) selbst teilnahmen. Als Brunelleschi von seiner Niederlage erfuhr, unternahm er mit seinem Freund Donatello eine Reise nach Rom, um sich dem Studium der großen Architekturen und den römischen Skulpturen zu widmen, ganz in Tradition einer weit verbreiteten Passion der Schriftsteller und Künstler der Renaissance. Wir werden die tiefgehend Gründe für den Vorzug Ghibertis, die Schönheit seiner Werke, die Entwicklung seiner Kunst mit der Zuspitzung des Volumens, der Dreidimensionalität und der Perspektive in den geschnitzten biblischen Episoden, vor allem in dem letzten, im Jahr 1425 in Auftrag gegebenen Tor, wo die gotische Kunst des späten Mittelalters inzwischen überholt ist, besprechen. Überraschend war die Übernahme der Technik des stiacciato, die vonDonatello entwickelt wurde und darin besteht, die in Entfernung stehenden Personen, eben nur anzudeuten.

Orsanmichele
Die verschiedenen und charakteristischen Märkte, die im alltäglichen Florenz überleben, sind nur Erinnerungen –bezeugt in den Straßennamen wie Via Dei Calzaiuoli, die Strasse der Hersteller von Strumpfwaren, den typischen Maschenhosen, die zu jener Zeit in Mode waren-  an den Eifer der Kaufleute, die Florenz besonders ab dem 14. Jahrhundert zum Leben erweckten. Das Florenz der Kaufleute mit den sieben großen Zünften- darunter die der Wollhändler, der Seidenhändler, der Pelzhändler, der Ärzte, der Gewürzhändler, der Richter und der Notare–, die Interessen der Unternehmer und die der unterstützenden Fachkräfte und die dominierende Rolle dieser Klassen werden wir während der Erforschung der wunderschönen Architektur des Orsanmichele vertieften. Die Errichtung des Gebäudes, welches heute eine Kirche ist, in Vergangenheit aber auch Bogengang für den Markt und den Getreidespeicher war, ging auf Kosten der wichtigsten Zünfte der Stadt. Die Statuen für die Außenfassade wurden von großen Künstlern geschaffen, unter ihnen Donatello mit seinem wunderbaren San Giorgio. Solche Arbeiten sollten das Image der Zünfte und Ihr soziale Ansehen weit über die Grenzen Florenz’ hinaus zu tragen.

Piazza und Palazzo della Signoria
Es ist das republikanische Herz der Stadt, welches sich in den Jahren als Symbol der städtischen Demokratie hervortat, das politische Zentrum der Stadt, welches sich vom religiösen unterschied. Wir kümmern uns vor allem um die imposanten Bauarbeiten des Palazzo della Signoria und den verschiedenen Gerichten mit den Prioren an der Spitze, die dort residierten. Daher war die Anwendung des Stils einer mittelalterlichen Verteidigungsfestung nötig, von wo aus diese Ämter gegen mögliche Gefahren im Fall von Revolten oder Hungersnöten geschützt waren. Die Loggia der Lanzi stellt einen neuen Schritt in der Renaissanceskulptur mit dem wunderschönen David von Benvenuto Cellini, einem engen Freund von Michelangelo und dem turbulenten Raub der Sabinerinnen von Giambologna dar. Auf dem Platz entfalten sich die Unruhen und der Höhepunkt dieser von Bruder Savonarola gekennzeichneten Periode, einschließlich der letzten Episode im Jahr 1498, in der er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Bruder Savonarola, ein Dominikanermönch, predigte radikal gegen die weltlichen Ausschweifungen zu seiner Zeit, deren Unsachen und Konflikte er  zwischen den neuen Bräuchen und der strengen christlichen Moral sah. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts, mit der weiteren Errungenschaft der politischen Herrschaft über Florenz, siedelte die Familie Medici in den Palazzo della Signoria um und ließ zahlreiche Räume neu dekorieren.
Nach einer Pause für ein traditionelles Mittagessen in einem guten Restaurant werden wir unsere Führung fortsetzen.

Der David von di Michelangelo und die Galerie der Akademie
Der David von Michelangelo (1501) bildet einen der Höhepunkte unserer Stadtführung. Aus einem Marmorblock, der seit über vierzig Jahren verlassen schien, entwarf Michelangelo eine Figur formeller Perfektion und perfekter Schönheit, in der der wunderschön polierte Marmor das Zittern der Nerven und die Muskelspannung durchscheinen lässt. Er ist vergleichbar mit der großartigen klassischen Kunst, sie aber in der Weitsicht des Blickes und in der Entschlossenheit der Tat überwindet. David ist dabei, die Schleuder zu laden und die Kugel zu werfen, mit der er, stark nur in seiner List, den unbesiegbaren Riesen Goliath erschlägt. Nicht umsonst wurde die Statue Symbol der Freiheit der Florentiner und entgegen seines ursprünglichen Aufstellungsortes in der Kathedrale, wurde sie gegenüber des Palazzo della Signoria aufgestellt. Aber in der Akademie stehen auch Statuen von Michelangelo, genannt Prigioni, die uns wegen des Schmerzes des „non finito“, des Unfertigen, mit dem die Figuren aus dem Marmor herausragen, fesseln und zwischen der schwachen Sinnlichkeit des Verlassens und der Anstrengung des Seins schweben. Es sind Werke, die u.a. einen großen Einfluss auf die Skulptur von Rodin hatten.

Galerie der Uffizien
Nun ist es an der Zeit die Uffizien zu besuchen und viele der Künstler, die die Stadt berühmt gemacht haben, zu treffen. Die Meisterwerke von Giotto, Filippo Lippi, Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci, Raffael, Michelangelo und Caravaggio vermitteln uns Ideen, Emotionen und unsterbliche Geschichten. So unternehmen wir eine große Reise in die Veränderungen, die die Künstler und Menschen der Renaissance dazu brachten, Gott und sich selbst auf eine neue Weise zu betrachten, den Menschen, seinen Gesten, Ausdrücken und menschlichen und göttlichen Taten, eine Relevanz zu verleihen. In diesen Gemälden erfüllt sich der Verlauf der Humanisierung Christi und der Jungfrau Maria und ihrer Taten, die sich nicht mehr in einem abstrakten und überirdischen, typisch mittelalterlichen Raum befinden, sondern in einem realen und dreidimensionalen. So, während in den Darstellungen der Kunst das Jesuskind zärtlich die Mutter Maria umarmt, erobert eine gesamte Gesellschaft moderne Werte und Gewohnheiten. Das Verständnis und die Wertschätzung der Kunst und ihrer Sprache sind die Ziele unseres Besuch in den Uffizien.

Ponte Vecchio
Die Brücke - im Jahr 1345 rekonstruiert, nachdem eine schrecklichen Überschwemmung die vorherige Brücke aus dem 12. Jahrhundert zerstörte hatte, - bringt uns wieder auf das zentrale Thema des Florenz’ der Kaufleute zurück. Für Jahrhunderte waren hier die Läden der Fischverkäufer, der Metzger und der Kürschner, die erst Ende des 16. Jahrhunderts durch würdevolleren und weniger stinkenden Goldschmieden und Juweliere ersetzt wurden. Aber an diesem Punkt ist es besser, sich vom langsamen Lauf des Flusses und seiner Erinnerungen treiben zu lassen, um die Emotionen der mit dem Geiste und dem Herzen unternommenen Reise in die Kultur und Kunst des magischen Florenz’ auszukosten.