Das Rom des Kaisers Nero: Forum Romanum, Palatin, Kolosseum und die unterirdischen Tempel von San Nicola in Carcere

Die Führung findet am Dienstag und Samstag statt mit Beginn um 9:30 Uhr.
Dauer: 5 Std.
Preis: 92 € pro Person
Nicht eingeschlossen in die Dauer der Tour ist eine Pause (ca. 45 min) für ein gutes Mittagessen in einem traditionellen Restaurant
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Die größte Metropole der Antike mit etwa einer Million Einwohner, Rom, wird am 18. Juli 64 n.Chr. an einem heißen Sommertag zum Schauplatz eines schrecklichen Brandes, der ganze Stadtviertel verwüsten wird. Das wieder aufgebaute Rom wird allerdings zu einer noch prächtigeren Stadt, bereichert um weitere architektonische Glanzpunkte, um kostbaren Marmor sowie um ein Amphitheater für die Gladiatorenspiele: das Kolosseum. Diese Kleingruppenführung, ein im Blick auf Inhalt und besuchte Orte besonderes Angebot, schließt vollständig das Innere des Kolosseums, die Senke des Forum Romanum und den Palatin-Hügel ein, die über Jahrhunderte der pulsierende Mittelpunkt des antiken Roms waren und heute große archäologische Orte sind. Mit besonderer Aufmerksamkeit dafür, wie die Stadt aufgebaut war, welche dem Brand von 64 zum Opfer fiel, wie sich die Flammen in den verschiedenen Vierteln, ausgehend vom Zirkus Maximus, ausbreiteten, wie eingeschritten wurde, wie sich Kaiser Nero verhielt, wie die Anklagen gegen die Christen lauteten und wie die Geschichtsschreiber dieser Zeit darüber berichteten, wovon wir unser Wissen heute beziehen, werden wir Sie durch die Straßen des antiken Roms führen und dabei die Wohnungen, Läden, Einrichtungen und allgemein das Leben dieser Zeiten entdecken.

Das Forum
Auf dem Forum, in einer Reihe von Tempeln und öffentlichen Gebäuden, darunter der Senat (die Kurie), spielte sich faktisch der Großteil aller politischen, religiösen und administrativen Vorgänge der Stadt ab, während der große Platz im Zentrum gedacht war für die Versammlungen des Volkes, an welches sich die Beamten zu verschiedensten Anlässen von der dafür vorgesehenen Tribüne aus wandten. Elementarer Teil unserer Führung wird es sein, in diesem großen und beeindruckenden Puzzle von mächtigen, nur so aneinander gereihten Ruinen die ursprünglichen Gebäude auszumachen, deren Formen und Funktionen wie auch ihre Bedeutung zu verstehen für die Römer jener Zeit, unter der Perspektive ihrer Gesetze, Institutionen und religiösen Praktiken.
Eben an diesen Orten, die von alleine die wichtigsten Geschehnisse verdeutlichen, werden wir auch die Lebensläufe der großen Menschen dieser Zeit nachverfolgen, von Cicero bis Julius Cäsar, von Marcus Antonius bis zu zahlreichen Kaisern, darunter Augustus, Hadrian und Konstantin. Diese magischen Orte haben von all diesen Ereignisse eine geradezu berührbare Erinnerung bewahrt, wenn man bedenkt, dass auf den Steinplatten der Via Sacra heute noch die Rillen der Metallräder der Wägen, die hier unterwegs waren, zu sehen sind, während sich auf den Stufen der Basilica Giulia bis heute in den Marmor geritzte Felder antiker Spiele erhalten haben. Während wir den Tempel von Antoninus und Faustina, den Titus-Bogen und den Septimius-Severus-Bogen, die Maxentius-Basilika, den Senat, das Haus und den Tempel der jungfräulichen Vestalinnen, den Saturn-Tempel, den Tempel für Divus Julius und alle anderen maßgeblichen Orte durchqueren, lassen wir Sie eintauchen in die politischen Aktivitäten und religiösen Rituale des antiken Roms und in die verblüffende Ausbreitung seines Reiches, das sich gegen Ende des 1. Jhr. n.Chr. von Nordafrika bis England, von Spanien bis zur Türkei erstreckte und in Rom Waren, Technik, Ideen und nie gesehene Wunderwaren zusammenfließen ließ.

Der Palatin-Hügel
Auf der weiten, wunderschönen Fläche des Palatin-Hügels, mit einer atemberaubenden Aussicht über die ganze Stadt, nicht weit von den ursprünglichen Hütten die vor über 2700 Jahren von den Gründern der Stadt bewohnt wurden, werden wir Gelegenheit haben, das Haus des Kaisers Augustus zu erkunden, welches mit bescheidenen Dimensionen, doch außergewöhnlichen Fresken aufwartet (der Eintritt ist auf 5 Personen zugleich beschränkt; oft wird der Ort ohne Vorankündigung geschlossen). Wir kommen zu den großen Palästen die die folgenden Kaiser erbauten und bewohnten mit einer extremen Zurschaustellung von Luxus und Macht und einem oft götterhaften Gehabe. Die enormen mehrgeschossigen Gebäudekomplexe, von den riesigen Gesellschaftsräumen wie dem Triclinium hin zu den dem Vergnügen dienenden Orten wie dem Stadion sowie die majestätischen Bauten der Thermen des Severius und des Aquäduktes des Claudius, geben uns Gelegenheit, die privaten und alltäglichen Gepflogenheiten des römischen Lebens zu untersuchen. Die Lebensgewohnheiten, die Speisen und Weine die an der Tafel des Kaisers und der großen aristokratischen Familien serviert wurden, die technischen Fertigkeiten, die Rom bis zum Ende des 1. Jh. n.Chr. neun aktive Aquädukte bescherten, die Wärmetechnik, mit der einige Räume beheizt wurden und die Verbreitung der Thermen werden wir ausführlich besprechen. Der abwechslungsreiche Dekor der Tempel, die Statuen des Palatin-Museums, der Apollo-Tempel und der Tempel der Göttin Kybele, basierend auf einem ursprünglich kleinasiatischen, doch in Rom sehr verbreiteten Kult, werden uns in die Welt der faszinierenden griechischen und orientalischen Mythen einführen, die in mehreren Wellen die Kultur jener Zeit erfassten. Diese Kultur war weitaus komplexer und entwickelter als uns vorschnelle Vereinfachungen glauben machen; man findet, um einige Beispiele anzuführen, eine extreme Verbreitung von propagandistischen Bildern und Inschriften, vermittels derer die Kaiser am Mythos ihrer vorgeblichen göttlichen Natur strickten, Frauen der Oberschicht, die Perücken mit raffinierten Frisuren die aus heutiger Sicht wie Frisuren der 60er wirken – wunderbare bildhauerische Darstellungen können Sie in unserer Führung in den Kapitolinischen Museen sehen – und sogar Sklaven, die den Moden der Zeit folgten, wie dies auf einem Grabmal des 1. Jh. n.Chr. zu sehen ist, wo zwei Sklaven die Lockenpracht des verehrten Nero tragen, ermöglicht durch die ausdauernde Bearbeitung der Haare mit einem heißen Eisen. Auf den großen Terrassen schließlich, die den Zirkus Maximus überragen, wohnten die Kaiser in absolut beherrschender Position den Spielen bei; von dort aus wird die strategische Bedeutung des Ortes und die städtische Entwicklung Roms unmittelbar deutlich, von den Anfängen zu den Jahrhunderten höchsten Glanzes (1.-2. Jh. n.Chr.) und bis hin zu den Epochen extremer Dekadenz, im Gefolge des politischen und territorialen Zerfalls des Reiches.

Die Coenatio Rotunda der Domus Aurea des Nero
Vollkommen exklusiv wird unsere Station bei den laufenden archäologischen Ausgrabungen am vermutlichen Ort der Coenatio Rotunda der Domus Aurea sein, des sagenumwobenen rotierenden Saales, der die Sternbewegungen simulierte, erbaut nach dem Brand von 64 vom Kaiser Nero, in welchem dieser wie ein neuer Sonnengott die illustren Gäste unter einem unaufhörlichen Regen von Rosenblättern empfing. Nicht weniger faszinierend und einzigartig wird der Eindruck sein, den der Gang durch den Tunnel (ca. 130 Meter) des Cryptoportikus des Nero uns bescheren wird, wo große Fragmente des Wanddekors und der Bodenmosaiken völlig original erhalten sind und wo uns die geheimnisvolle Atmosphäre des Ortes uns unmittelbar auf die gegensätzliche Natur dieses berüchtigten Kaisers verweisen wird.

Das Kolloseum
Nach dem Konstantins-Bogen mit seinen im Lauf der Zeit oft neu adaptierten Friesen werden wir uns dem Kolloseum zuwenden. Wir richten unser Augenmerk auf die Konstruktionstechniken, auf den Aufbau und die ursprünglichen Dekorationen, auf die Art, wie die Gladiatorenspiele organisiert wurden und abliefen nach den verschiedenen Phasen der Massenekstase im Lauf eines ganzen Tages in der Arena. Ebenso werden wir besser verstehen, wer die Gladiatoren waren, wie sie ausgebildet wurden und was die Rolle war, in der Gesellschaft und in der kaiserlichen Propaganda, die diese Spektakel des Todes, extrem verbreitet und fast gänzlich unhinterfragt, spielten für eine komplexe und multiethnische Gesellschaft jener Zeit. Auch in diesem Fall werden wir zudem weniger bekannte Aspekte einfließen lassen wie die Liebesgeschichten, die rund um die Arena blühten und von den Schriftstellern dieser Zeit gut dokumentiert wurden, und auch die religiösen Wurzeln der Spiele in der etruskischen Kultur, deren erste Feiern tatsächlich auf dem großen Freiplatz des Forums statt fanden. Die aufeinander folgenden und kaum vorstellbaren Phasen der Geschichte des Kolloseums, die bis heute sichtbaren Spuren der langen Jahre der Vergessenheit und der Wiederverwertung bis hin zur modernen neugewonnenen Achtung, werden unsere exklusive Reise in die Welt der Gladiatoren abrunden.

Die unterirdischen Tempel der Kirche San Nicola in Carcere
Mit einem Besuch in der Kirche San Nicola in Carcere, direkt unterhalb des Kapitols, werden wir ein vertieftes Verständnis gewinnen für das geheimnisvolle Schicksal so vieler Tempel und anderer Gebäude des antiken Roms, in den Jahren des Zusammenbruchs des Reiches und deren neuer Nutzung im beginnenden Mittelalter. Wir steigen in das Innere der Erde hinab und entdecken den ursprünglichen Ort dreier Tempel aus republikanischer Zeit (3.-2. Jh. v.Chr.) wieder und erkunden einige unbekannte Seiten der Geschichte Roms. Dieses Erlebnis ist wirklich einzigartig, denn die verblüffend übereinander geschichteten Epochen lassen uns durch die Zeiten reisen: nur am Hauptaltar der Kirche vorbei und einige Stufen hinab, findet man sich in eine ferne Zeit katapultiert, die durch ein schützendes Vergessen geheimnisvoll bewahrt worden ist.

Wünschen Sie, die Stadt umfassend zu besichtigen, empfehlen wir Ihnen, auch unsere Kleingruppenführung der antiken und modernen Stadt (Das Rom Caesars und Michelangelos) und unsere Führung durch die "Unterwelt Roms" zu beachten.

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